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Karl Landsteiner Gesellschaft

Institut für Traditionelle Europäische Medizin

Institutsleiter
Stellvertreter
Arbeit am Institut

Die „Traditionelle Europäische Medizin (TEM)“ versteht sich als integrales, traditionelles Heilwissen Europas, ausgehend von Hippokrates bis zum Anbruch der Moderne und gemäß den Standards einer salutogenetischen und ganzheitlichen Medizin, um diese Heilkunde und Heilkunst wirksam umzusetzen. TEM steht als Sammelbegriff für eine Vielfalt von Diagnoseverfahren, Heilmethoden sowie Heilmitteln, die von Ärzten, Naturheilpraktikern, nicht ärztlichen Therapeuten und in der Selbstmedikation angewandt werden. Die meisten Methoden haben eine lange, einige eine jahrtausendealte Tradition.
Einige Inhalte und Formen können bis zu den Alten Hochkulturen zurückverfolgt werden.  Die Neufassung und Neuakzentuierung der Medizin, die mit dem Namen Hippokrates von Kos verbunden ist, wurde in verschiedenen griechischen und römischen Schulen ausgestaltet. Galenos hat die pluralen Ansätze dieser Schulen unter dem Dach einer Hippokrates-Renaissance neu miteinander verbunden.

Eine wichtige Neuformation hat Paracelsus vorgenommen, indem er verdrängtes medizinisches Wissen neu in den Diskurs einbrachte.
In Folge werden einige - in eine zukunftsorientierte und nachhaltige TEM eingebundene - Themenbereiche exemplarisch aufgelistet:

  • Kurmedizin, Kneippmedizin  und Balneologie (Anwendungen natürlicher ortsgebundener Heilvorkommen wie z.B. Thermalwässer, Schwefelwässer, Säuerlinge, Peloide, Kneippanwendungen etc)
  • Physikalische Medizin (Massagen verschiedener Art, Lymphdrainage, Craniosacraltherapie, Faszientherapie, Bewegungstherapie, Thermotherapie, Osteopathie, Manualtherapie, Mechanotransduktion  etc.)
  • Klimatherapie (Heilklima, Ozontherapie, O2-Therapie etc.)
  • Ernährungsheilkunde (z.B. F.X.Mayr etc.)
  • Phytotherapie (Alpenkräuter, Blütenwässer, etc.)
  • Klostermedizin (Hildegard von Bingen etc.)
  • Pilzheilkunde
  • Regulationsmedizin (Neuraltherapie etc.)
  • Chronobiologie
  • Musiktherapie

Aktivitäten wie Forschungsprogramme, wissenschaftliche Projekte und Studien, Veranstaltungen, Kongresse u.v.m. verstehen sich als Wege, im Bereich von Wissenschaft und Forschung für das Erreichen gesetzter Ziele zu sorgen. 

Forschung im Zusammenhang mit TEM bezieht sich in erster Linie darauf, ob und inwieweit traditionelle Heilverfahren, die auf empirischer Basis angewendet wurden, bezüglich ihrer Wirkungsmechanismen und Effekte wissenschaftlich objektiv und dazu mit adäquaten Methoden evaluiert werden können. Darüber hinaus kann im Rahmen solcher Forschungsansätze auch untersucht werden, ob auf der Basis traditioneller Methoden - unter Einbeziehung des derzeit aktuellen Wissensstandes - neue Behandlungsverfahren entwickelt werden können.

Im Bereich der traditionellen europäischen Medizin, die letztlich eine Reihe von Behandlungsmethoden zusammenfasst, die im europäischen Kulturraum entstanden sind,  spielen  Behandlungsansätze aus dem Bereich der Ernährung, Bewegung, der Anwendung natürlicher Heilvorkommen bis hin zu pflanzlichen Heilmitteln etc.  eine erhebliche Rolle. Alle diese Verfahren weisen keinen Zusammenhang mit Esoterik auf, sondern sind ohne Probleme mit dem derzeit herrschenden Paradigma in der Medizin in Übereinstimmung zu bringen. Die Berücksichtigung psychischer Phänomene bei Gesundheit und Krankheit sind keineswegs Gegenstand esoterischer Betrachtungen, sondern spiegeln sich auch in modernen Gesundheitssystemen, z.B. als psycho-sozialer Ansatz, wider.

Unter Bezugnahme auf eine Definition der Universität Wien versteht sich Wissenschaft als ein Verfahren, mit dem aufbauend auf bekannte Grundlagen (Literatur und andere Informationen) mittels systematischer Forschung (Experimente, Tests, Thesenüberprüfung, u.a.) Erkenntnis auf höherem Niveau erzielt wird. Wissenschaftliche Forschung folgt genau definierten und methodischen Verfahren und dokumentiert den eigenen Arbeitsprozess zur Gewährleistung der gegenseitigen Überprüfbarkeit. Die Überprüfung der Wissenschaftlichkeit eines Forschungsprozesses erfolgt im Rahmen der internationalen Diskussion auf Workshops, Tagungen und Kongressen und durch die systematische Kritik durch die Fachkollegenschaft in wissenschaftlichen Zeitschriften und anderen Medien (heute auch in Rundfunk, Fernsehen und Internet). Durch die Lehre (an der Universität, aber auch in außeruniversitären Kursen und in der Schule) und populärwissenschaftliche Publikationen werden die aktuellen Forschungsergebnisse auch an die allgemeinen Rezipienten weitergegeben.
(Quelle: https://www.univie.ac.at)

Fotos
Univ. Prof. Dr. Wolfgang MARKTL
Univ. Prof. Dr.
Wolfgang MARKTL
Senator MR Dr. Hannes SCHOBERWALTER
Senator MR Dr.
Hannes SCHOBERWALTER